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Was lernt man beim Nichtstun?


In meiner Bildungsbegleitung junger Menschen höre ich immer wieder auf die Frage, was sie die letzte Woche gemacht haben, das Folgende: „Mmmmh, eigentlich nichts!“ Wenn ich das dann etwas spaßig aufgreife und frage, woraus das „Nichtstun“ denn bestand, dann kommen meist recht viele Betätigungsfelder, die mein Gegenüber getan hat. Sich ab und zu umgezogen, mal Zähne geputzt, eine Serie geschaut oder ein Computerspiel gespielt, ist jedenfalls immer dabei 😉. Und selbst wenn nicht, wenn ich immer wieder oder auch einen ganzen Tag „Nichtstun“ würde. Was würde ich dabei lernen?


Zuerst lerne ich, mich zu entspannen. Ich kann körperlich zur Ruhe kommen und meine Gedanken kreisen lassen. Das baut den Stress im Körper ab und hilft uns zu Regenerieren. Ich lerne meine Gedanken auszuhalten, zu durchdenken und komme so eventuell auch zu neuen (Lösungs-)Ideen. Während ich stillsitze oder liege, nehme ich meine Umgebung ganz anders wahr. Geräusche erscheinen auf einmal lauter, ich sehe Dinge, die mir vorher nicht aufgefallen sind (leider auch den Staub und die Spinnweben) und fühle ein Krabbeln und Pieksen an Körperstellen, wo vorher noch alles ok war. Ich kann lernen, im Hier und Jetzt zu sein und einfach aufmerksam meine Umwelt beobachten.


Durch das Nichtstun kann ich über mich selbst und mein Leben nachdenken, über Beziehungen, Anforderungen oder Ziele. Ich kann mein Leben neu ausrichten und planen, um dann zielgerichtet weiterzugehen. Oder ich kann alte Wunden und emotionale Verletzungen gedanklich auf- und verarbeiten.


Meine Auszeit bringt mir eventuell auch neue Ideen und Inspirationen zu Themen, die ich bearbeiten kann und somit auch Kreativität und neuen Schwung.


Nichtstun ist absolut notwendig, vor allem für unsere emotionale Gesundheit. Und manch eine*r, sollte es sogar öfter mal tun: einfach nichts!

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